[POOL] “Diese Verkaufsstelle ist für immer geschlossen!”

Das Pro­sa­no­va | 17-Team hat ver­gan­ge­nen Mitt­wo­ch zum ers­ten Mal das Fes­ti­val-Gelän­de besich­tigt. Es besteht aus vier gro­ßen Indus­trie­hal­len. Eine davon ist ein geschlos­se­ner Aldi, eine ande­re eine Ver­an­stal­tungs­hal­le, die acht Män­ner betrei­ben. Im Vor­raum der drit­ten Hal­le steht ein Wohn­wa­gen im Ein­gangs­be­reich. Mit blau­en Blüm­chen­vor­hän­gen.

13 Uhr 57, davor. Der Kreis unter dem Ras­sel Mania-Schild ver­grö­ßert sich ste­tig. Tei­le von uns ste­hen auch schon auf der Stra­ße. Ole sagt, wir sol­len uns nicht auf den Boden legen, Mari­na sagt, da liegt sehr viel Hun­de­schei­ße.

14 Uhr 01. Hin­ten links in der ers­ten Hal­le steht ein gel­ber Ret­tungs­schwim­mer­turm auf Rädern.

Wie man von lee­ren Fabrik­hal­len so umge­hau­en wer­den kann, fra­ge ich mich. Aber ers­tens sind coo­le Fabrik­hal­len ein­fach cool und zwei­tens sehen wir alle, wäh­rend wir stau­nend unter Stahl­trä­gern ste­hen, wahr­schein­li­ch schon ganz gen­au vor unse­rem inne­ren Auge, wie die­se Fabrik­hal­len bald zu Fabrik­hal­len am Bei­spiel Pro­sa­no­va | 17 wer­den und damit zu den aller­schöns­ten Hal­len, die der Men­sch je unter die­sem Stahl­trä­ger­him­mel gese­hen haben wird. 

14 Uhr 07. Im Back­stage hängt eine Flug­zeug­lam­pe aus Holz. Jemand schlägt vor, im Back­stage­be­reich eine Lei­ter zu bau­en zur zwei­ten Ebe­ne und sie mit Matrat­zen aus­zu­le­gen, falls jemand nicht mehr ins Hotel­zim­mer fin­det.

14 Uhr 09. Die Wän­de im Büro sind oster­ei­grün. Passt ja, wenn wir Ostern hier ein­zie­hen wol­len.

14 Uhr 18. An der Außen­wand eines der Gebäu­de auf dem Fes­ti­val­ge­län­de ist ein Schild neben irgend­ei­nem Tank ange­bracht, das Rau­chen gen­au an die­ser Stel­le ver­bie­tet. In der letz­ten Zei­le lese ich „Pro­pa­gan­das“. Ich spre­che das Wort laut in möch­te­gern-spa­ni­scher Aus­spra­che vor mich hin, fra­ge mich, ob das wohl spa­ni­sch für „Pro­pa­gan­da“ ist, wun­de­re mich, wes­halb die­ses ver­ros­te­te Schild auf deut­sch und auf spa­ni­sch for­mu­liert sein soll­te, wel­che Pro­pa­gan­da hier über­haupt gemacht oder nicht gemacht wer­den soll, und was das wohl mit Rau­chen zu tun hat, und den­ke, dass Pro­pa­gan­das auch ein biss­chen wie Pro­sa­no­va klingt. Aus irgend­ei­nem Grund bin ich offen­bar ver­wirrt und die­se Gedan­ken ver­wir­ren mich noch mehr, also dre­he ich noch ein­mal um und lau­fe zurück zur Wand mit dem Schild. Pro­pan­gas.

14 Uhr 23. Die Fens­ter der lee­ren Aldi-Hal­le sind mit gol­de­nen Hash­tags ange­sprayt, dahin­ter ein wei­ßes DIN A4 Blatt. Mit Edding steht da: „Die­se Ver­kaufs­stel­le ist für immer geschlos­sen!“

14 Uhr 30. Jas­min ist den Trä­nen nahe, weil kein Anruf auf dem Rei­se­bü­ro-Han­dy ein­geht, aber dafür will der klei­ne Jun­ge am Nach­bar­ti­sch bei Mr. Lecker unbe­dingt beim Aus­schnei­den der Rei­se­bü­ro-Fly­er hel­fen.

14 Uhr 35 Jas­min lässt Sekt­kor­ken knal­len.                                                                                                                                                      Sekt und O-Saft aus Plas­tik­be­chern in der Die­sel­hal­le, dazu die bis­her bes­te Anspra­che des Team­be­auf­trag­ten Ole Schwa­be: Es begin­nen zwei tol­le Mona­te, die im Fes­ti­val PROSANOVA | 17 mün­den wer­den.

[CUT] aus Nota­ten von Han­nah del Mestre, Leo­nie Ler­ch und Tat­ja­na von der Beek.

[POOL] ist eine Samm­lung von Beob­ach­tun­gen des Teams von PROSANOVA | 17.